Geschichte

Damit war die Säkularisation des alten Klosters Herwardeshude in ein evangelisches Damenwohnstift vollzogen. In der in dem Rezess von 1536 enthaltenen Bestimmung über die Verwendung der Klostereinkünfte ist der Stiftungszweck eines Wohnstiftes für ledige Hamburger Bürgertöchter bereits vorgezeichnet.

Die Jungfrauen, die künftig in das Damenstift eintreten wollten, mussten von ihren Anverwandten eingekauft werden, ähnlich wie auch früher die Nonnen Schenkungen an Geld und Ländereien dem Kloster zugebracht hatten. Die große Beliebtheit, deren sich das Damenstift von jeher bei den Hamburger Familien bis zur Gegenwart erfreut hat, ließ es zu einem beliebten Patengeschenk werden, dem Täufling den so genannten Klosterbrief, der nach Zahlung der ersten Rate des Eintrittsgeldes ausgestellt wurde, in die Wiege zu legen. Durch die Zahlung der ersten Rate wurden die Rechte einer Exspektantin erworben, die nach einer Reihe von Wartejahren eine nach den vorhandenen Klassen sich steigernde Jahresrente und das Recht auf eine Freiwohnung erlangte.

1837 musste das alte Klostergebäude wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Die Stiftsdamen zogen in ein neu erbautes, sehr geräumiges Klostergebäude in der Nähe des heutigen Hauptbahnhofes um. 1914 musste auch dieses Gebäude den städtebaulichen Veränderungen weichen. Am 11. Juli 1914 wurde die jetzige Klosteranlage in der Heilwigstraße von dem damaligen Patron Bürgermeister O’Swald feierlich seiner Bestimmung übergeben.

     

Kloster St. Johannis / Johannisstatue

Bild: Kloster St. Johannis / Johannisstatue